Relegation Landesliga: TSV Nellmersbach – TSV Schornbach 2:3 (n.V.)

24. Juni 2019

Schornbach vor dem Aus – und doch gerettet

Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten? Denkste. Dem TSV Schornbach gelang im Entscheidungsspiel um den letzten freien Platz in der Landesliga gegen den TSV Nellmersbach der Ausgleich zum 1:1 in der 91. Minute. Am Ende gewann er nach Verlängerung mit 3:2 und verteidigte seinen Platz in der Liga. Durchaus glücklich gegen einen Bezirksligisten, dem nur Sekunden zum nicht unverdienten Erfolg fehlten.

Allerdings hatte sich der Landesligist vor 1000 Zuschauern im Winnender Stadion auch als Meister im Vergeben von besten Chancen gezeigt. Die Schornbacher hätten früh führen müssen, dann aber traf Nellmersbach und wurde immer stärker. Die zweite Hälfte gehörte zwar Schornbach, doch der Ausgleich war glücklich, und in der Verlängerung hätte der Bezirksligist – bei vielen Chancen auf beiden Seiten – das Elfmeterschießen durchaus noch erzwingen können.

Die Schornbacher mussten ohne Timo Morawietz (Urlaub auf Sansibar) antreten, bei Nellmersbach dagegen war Ümit Karatekin eigens für die Partie aus den Flitterwochen in der Türkei zurückgekehrt. Er wäre aber schon nach 13 Minuten ziemlich frustriert gewesen, hätten Patryck Ferraro (der sich für einen Querpass entschied, statt zu schießen) und Gioacchino Colletti (der an Torwart Marius-Vladut Cioncan scheiterte) ihre sehr guten Möglichkeiten für Schornbach genutzt.

So aber überstanden die Nellmersbacher den Schornbacher Anfangsdruck, genauso die frühe Auswechselung von Luis Garcia Rijoa nach zehn Minuten. Die aber zahlte sich bald sogar aus. Nicht nur, dass der eingewechselte Nik Höschele im Mittelfeld einige Schornbacher Angriffe abfing, er bereitete auch die Nellmersbacher Führung hervorragend vor. Anders als auf der Gegenseite blieb Luca Triffo nach Höscheles Pass kühl und traf aus spitzem Winkel zum 1:0 (19. Minute).

In der Folge wurde Nellmersbach immer stärker und spielte in vielen Szenen deutlich besseren Fußball als der Landesligist. Vor allem über die linke Seite sorgte er für Gefahr, doch ein durchaus möglicher Treffer gelang nicht. Allerdings hatte auch Schornbach noch Möglichkeiten. Bei der größten scheiterte Tino Reichelt an Torwart Cioncan (42.).

In die zweite Hälfte musste Schornbach ohne Ferraro gehen, der sich in der letzten Aktion vor der Pause am Kopf verletzt hatte. Angesichts der Sturmleistung an diesem Tag mussten die Fans Schlimmes fürchten für ihr Team. Doch Spielertrainer Marius Jurczyk hatte vorgesorgt. Es sei laut geworden in der Kabine. „Und ich habe gesagt: Wer nicht an den Sieg glaubt, der soll die Hand heben. Den wechsle ich sofort aus.“

Offenbar hatte niemand die Hand gehoben – Hälfte zwei gehörte überwiegend den Schornbachern, auch wenn deren Fans mehrfach ein verzweifeltes „Was macht der denn da?“ entfuhr. Beispielsweise, als wieder einmal Colletti eine hundertprozentige Chance vergab (77. Minute).

Dem TSV Nellmersbach gelangen kaum noch zwingende Angriffsaktionen – bis auf eine, und die hatte es in sich: Am Ende eines starken Konters aber scheiterte Karatekin an Torwart Carl Zimmermann (56.). Das 2:0 wäre wohl die Entscheidung gewesen. So kam alles anders.

Schornbach hatte Alexander Nita und Ali Alizada eingewechselt. In der Schlussoffensive brachte zwar Colletti wieder mal den Ball aus aussichtsreicher Position nicht im Tor unter, Nita aber machte es aus spitzem Winkel besser. 1:1 in der 91. Minute.

In der Verlängerung, Nellmersbach offensichtlich noch geschockt vom Ausgleich, bereitete Alizada das 2:1 durch Colletti (94.) vor und erzielte das 3:1 selbst (96.).

Gelaufen war die Partie dennoch noch nicht. Schornbach schaffte es nicht, den Vorsprung sicher ins Ziel zu bringen. Die taktische Ordnung war dahin, auf beiden Seiten gab es gute Torchancen, von denen die Nellmersbacher eine durch Yannick Urbitsch (107.) nutzten. Zu wenig.

So hielten sich die Schornbacher mit Mühe in der Landesliga, die Nellmersbacher müssen es in der kommenden Saison erneut probieren.

TSV Schornbach: Zimmermann; Biedermann, Jurczyk, Parham, Karatzas (83. Nita; 107. Romanello); Ferraro (46. Alizada), Nuding, Reichelt (73. Kanapinn); Mahlelis, Colletti. TSV Nellmersbach: Cioncan; Polat (100. Sauter), Berkowitsch, Cimander, Schreiner (60. Urbitsch); Garcia Rioja (10. Höschele), Genc; Triffo (82. Müller), Trovato, Reweland; Karatekin

Bericht: Gisbert Niederführ / Quelle: ZVW